Ratgeber – Frei lebende Tiere füttern

Frei lebende Tiere füttern

Die Stadttaube hat sich wie keine andere Vogelart weitestgehend an die Lebensbedingungen des Menschen angepasst. Städte bieten Tauben ideale Voraussetzungen, da sie reichlich Nahrung in Form von Essensresten und Abfällen jeglicher Art vorfinden.

Während früher kleine Taubenbestände zum Stadtbild gehörten, sind die Bestände in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft regelrecht explodiert. Das hat nachteilige Folgen für Gebäude, Stadtbewohner und die Tiere selbst, da es zur Belästigung durch Taubengeräusche, Verschmutzung durch Taubenkot sowie zu einer Gefährdung der Gesundheit kommt.

Indem Sie darauf verzichten, die Tiere zu füttern, kann jeder einen Beitrag dazu leisten. Der Nahrungsbedarf einer Taube beträgt ca. 20 Gramm pro Tag und ein Zufüttern ist überhaupt nicht notwendig. Der Bedarf wird hauptsächlich durch herumliegende Essensreste gedeckt, der eine natürliche Nahrungssuche kaum noch erforderlich macht. Die Folge dessen ist oft eine einseitige Mangelernährung der Tiere, die eine Schwächung des Immunsystems hervorrufen kann. Dadurch sind Tauben besonders anfällig für Krankheiten, wie z. B. Ornithose (Papageienkrankheit), die über die Atemwege auch auf den Menschen übertragbar sind. Das Überangebot an Futter sorgt zudem dafür, dass die Vögel mittlerweile ganzjährig brüten und der Taubenbestand im Stadtgebiet stetig zunimmt. Als Brutplätze dienen Häuser und Dachböden. Da eine einzige Taube jährlich bis zu 12 Kilogramm Kot produzieren kann, kommt es zu erheblichen Schäden an Gebäuden. Das aggressive Urin-Kot-Gemisch trägt zum Zerfall der Bausubstanz bei. Ferner sind beschmutzte Kinderspielplätze, Fahrzeuge und Kleidung immer wieder ein Ärgernis.

Wir bitten Sie daher, die folgenden Hinweise zu beachten:

  • Füttern Sie die Tiere nicht
  • Vermeiden Sie den direkten Kontakt
  • Achten Sie beim Entfernen von Taubenkot darauf, mit dem erregerhaltigen Kot nicht in Berührung zu kommen

Was für das Füttern von Tauben gilt, gilt auch für frei lebende Katzen

Bitte vermeiden Sie ebenfalls das unkontrollierte Füttern frei lebender Katzen. Diese Tiere sind meist Nachkommen von ausgesetzten bzw. entlaufenen, unkastrierten Hauskatzen, die sich unkontrolliert vermehren und das vor allem an Ballungsorten, an denen sie ein großes Angebot an Nahrung vorfinden. Daher ist der Tierschutzverein (TSV) Brandenburg auf spezielle Futterstellen angewiesen, an denen er den Überblick über die Tiere behalten kann und die Population kontrolliert. Diese Futterstellen bedürfen zudem der schriftlichen Genehmigung durch die Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel und sind ohne Zustimmung laut geltender Stadtordnung illegal.

Eine Liste der aktuellen, genehmigten Stellen können beim Tierschutzverein Brandenburg e. V. eingesehen werden. Die Mitarbeiter informieren Sie gern.